Coaching – was es mit dem aktuellen Trend auf sich hat

Coaching

KerstinB:

Durch das Bloggen und die Zeit, die ich mit Social Media verbringe, komme ich um sie nicht mehr herum: die Coaches! Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Neben Influencern ist aus meiner Sicht das Coaching als ein weiterer Trend zu beobachten, es machen sich immer mehr Menschen als Coach selbständig. Ob nun als sogenannte Life Coaches, als Social Media Manager, als Ernährungsberater oder Fitness Coach bzw. Personal Trainer, alle wollen sie uns helfen.

Aber aufgepasst, der Beruf bzw. die Bezeichnung beispielsweise eines Life Coaches ist nicht gesetzlich geschützt, d.h. es darf sich grundsätzlich jeder Life Coach nennen, da diese Bezeichnung an keine Ausbildung geknüpft ist. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich viele Möglichkeiten, eine Ausbildung auch in Form eines Fernstudiums zum Life Coach zu machen. Ich gehe davon aus, dass ihr Coaches da draußen auch alle so eine Ausbildung genossen habt und Experten auf eurem Gebiet seid. 😉

Ich jedenfalls bezeichne mich keinesfalls als Life Coach, als Blogger (hobbymäßig) hingegen schon, nur um das von vorneherein klarzustellen. Aber ich hoffe trotzdem, dass ich euch durch meinen Blog den ein oder anderen hilfreichen Rat mit auf den Weg geben kann. Diese Weisheiten und Ratschläge stammen im Wesentlichen aus meiner eigenen Lebenserfahrung. Und da sind wir schon beim Stichwort “Lebenserfahrung”! Wenn mich ein 20jähriger Life Coach in meiner Selbstfindungsphase begleiten will und mir als Mentor zur Seite steht, bekomme ich da meine Zweifel. Dabei zweifle ich nicht an der Intelligenz der jeweiligen Person oder dass er das Coachingwerkzeug und somit die Theorie beherrscht, aber er kann i.d.R. auf keinerlei Lebenserfahrung zurückgreifen. Das ist aus meiner Sicht beim Coaching essentiell.

Ich frage mich aber auch, warum das Coaching aktuell so gefragt ist. Schließlich beschreiten die vielen Coaches, Trainer und Berater ihren Lebensunterhalt davon. Das heißt, es muss genügend Menschen geben, die das Coaching in Anspruch nehmen. Und eine Coaching-Stunde, z.B. bei einem Life Coach, ist bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 170 € pro Stunde nicht gerade billig.

Coaching

Man muss sicherlich unterscheiden wer und was gecoacht wird. Werden Führungskräfte gecoacht, damit sie erfolgreich im Beruf sind, oder spricht es eher Menschen an, die sich in einer Sinnkrise oder Lebensfindungsphase befinden, möglicherweise jemand der Beziehungsprobleme hat. Es gibt unzählige Themenbereiche, für die sich ein Coaching anbietet: neben beruflichen Zielen oder Beziehungsproblemen sind das Zeitmanagement, Stressmanagement, Work-Life-Balance, Selbstwert & Selbstbewusstsein, u.a.

Warum verlangen so viele Menschen nach einem Coach oder Mentor? Haben sie die Hoffnung, dass ihnen dadurch wichtige Entscheidungen abgenommen werden, dass sie ein Stück weit die Verantwortung für ihr Leben übertragen können? Ist es der Glaube, dass ohne großen Aufwand durch den Coach das Leben schlagartig besser wird? Dabei ist ein Coach nur ein Begleiter unserer Selbstfindungsphase. Er stellt gezielte Fragen für eine verbesserte Selbstreflexion, verschafft eine klare Sicht auf unsere Stärken und Schwächen und entwickelt mit uns einen Aktionsplan. Er ersetzt nicht den Psychotherapeuten oder einen Guru, Coaching ist keine Religion.

Ich persönlich sehe mich in der Lage, meine Stärken und Schwächen selbst zu erkennen und aufzuschreiben. Mit ein bisschen Recherche – das Internet bietet mittlerweile so viele Möglichkeiten – und Gesprächen mit den richtigen Leuten kann ich anschließend an mir und insbesondere an meinen Schwächen arbeiten. Zu Themen wie Zeitmanagement, Stressmanagement gibt es so viel Literatur, Tipps, Tools usw. (u.a. auch auf LiWoBa 😊), das muss und will ich mir von niemandem vorbeten lassen. Zur Weiterentwicklung im Job hingegen halte ich es für durchaus sinnvoll, wenn man sich einem Coach anvertraut. Da erkenne auch ich meine Grenzen.

Ein Life Coaching ist, wie bereits erwähnt, nicht gleichzusetzen mit einer Psychotherapie, auch wenn es sich an Methoden aus der Psychotherapie orientiert. Das Coaching richtet sich an “gesunde” Menschen und will diese leiten nicht heilen.

Ernährungsberater

Nachdem ich mich nun speziell beim Thema “Life Coaching” ausgetobt habe, möchte ich auch etwas zu Fitnesstrainern und Ernährungsberatern sagen. Hierzu habe ich eine ähnliche Ansicht wie beim Life Coaching, das Internet bietet genügend Stoff (z.B. bei Gymondo* oder auf YouTube sogar kostenlos; *unbezahlte und unbeauftragte Werbung), um sich selbst ein bisschen schlau zu machen. Es kommt natürlich darauf an, wie tief man selbst in die Materie einsteigen möchte, oder ob man den bequemeren Weg gehen möchte und sich einem Coach oder Berater anvertraut. Ich entscheide lieber selbst, wann ich was essen möchte und möchte nicht nach einem vorgefertigten Ernährungsplan leben. Genauso möchte ich den Sport machen, auf den ich gerade Lust habe, da ich mich für sehr viele Sportarten wie Fußball, Laufen, Radfahren, Calisthenics, Bouldern, uvm. begeistern kann und die Abwechslung liebe. Und ganz entscheidend, ich brauche keinen Tritt in den Hintern, meine Selbstdisziplin ist stark genug ausgeprägt.

Coaching

Nichtsdestotrotz haben Fitnesstrainer und Ernährungsberater selbstverständlich ihre Daseinsberechtigung. Solange die Coachingangebote angenommen werden, lebt Deutschland gesünder und das ist gut so! Vielleicht macht es euch auch einfach mehr Spaß und motiviert euch mehr mit einem Coach an eurer Seite. Das muss jeder für sich ganz individuell entscheiden, ob er Geld dafür ausgeben möchte oder sich selbst in den Bereichen Ernährung und Sport weiterbildet.

Aber irgendwann wird der Markt gesättigt sein. Dann werden nur die besten Coaches überleben und der Trend flaut wieder ab.

So jetzt fehlt nur noch der Social Media Manager/Berater auf meiner Liste. Ich glaube, diese Tätigkeit hat wirklich auf lange Sicht Potenzial, da viele große Firmen darauf anspringen. Um Instagram, Facebook und Co kommt man einfach nicht mehr drumherum. Nur ob man sich privat jetzt einen Social Media Manager genehmigen sollte, um bspw. als Influencer durchzustarten, sei dahingestellt. Ich befürchte, da ist schon so mancher Traum geplatzt.

Was aber auf alle Fälle klar sein muss, wenn ihr darüber nachdenkt, ob ihr einen Coach braucht:

Man kann dir den Weg weisen, gehen musst du ihn selbst.

(Bruce Lee)

Am Ende stellt sich mir die Frage, macht es Sinn, eine Laufbahn als Coach anzustreben bzw. was reizt euch an dieser Arbeit? Möglicherweise träumen viele von der Selbständigkeit, die Zeit frei einteilen zu können, Großteils von zu Hause aus arbeiten zu können via Webinar zum Beispiel, unterschätzen den Aufwand vielleicht etwas und auch die Zeitdauer bis sich der Erfolg einstellt. Tja, und wenn man von einem durchschnittlichen Stundensatz von 170 € pro Stunde hört, ist ja klar, dass das auch ein wenig Einfluss hat 😉.

Wie steht ihr zum Coaching? Habt ihr Erfahrungen damit gemacht? Oder seid ihr vielleicht selbst Coaches?

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