Hilfe gegen Urlaubsstress – was du beachten musst

Urlaub ohne Stress

KerstinB:

Dieses Jahr wird bei vielen der Urlaub Corona-bedingt etwas anders aussehen. Vielleicht auch deiner? Ich jedenfalls werde zu Hause bleiben und es mir da gemütlich machen. Zu Hause fällt einem das meistens zwar etwas schwerer als in der Ferne, weil es doch das ein oder andere zu tun gäbe. Aber ich bin sicher, wenn man ein paar Dinge beachtet, wird auch der Urlaub zu Hause erholsam und schön.

Außerdem ist eine Reise keine Gewährleistung für Entspannung und Erholung, auch für unterwegs gibt es ein paar Regeln, die du beachten solltest. Denn leider funktioniert Entspannung nicht einfach auf Knopfdruck. Jeder Zweite hat Probleme, im Urlaub auszuspannen. Man darf nämlich nicht erwarten, dass sich das Urlaubsfeeling gleich am ersten Urlaubstag einstellt. Normalerweise dauert es zwei bis drei Tage, bis man in den Erholungsmodus umschalten kann. Ebenso langsam verläuft die Wiedereingewöhnung in den Arbeitsalltag. Dabei ist erwiesen, dass die Fähigkeit zu entspannen, vom Grad der Verantwortung bei der Arbeit abhängt. Je größer die beruflichen Herausforderungen sind, desto schwerer ist es abzuschalten. Auch wenn man seine Arbeit gerne macht, ist es wichtig, im Urlaub die Gedanken an die Arbeit aus dem Kopf zu bekommen.

Tipps, damit der Urlaub nicht in Stress ausartet und du am besten entspannen kannst

Heute möchte ich dir ein paar Tipps geben, damit dein nächster Urlaub so richtig entspannend wird.

1.) Distanz zum Arbeitsalltag aufbauen

Die wichtigste Regel im Urlaub lautet:

Die berufliche Kommunikation unterbinden und eine Distanz zum Arbeitsalltag aufzubauen.

Dazu gehört insbesondere,

  • dass keine Mails gelesen werden,
  • dass nicht mit den Kollegen oder mit Kunden telefoniert wird
  • und Fachlektüre hat im Urlaub ebenfalls nichts verloren.

Die Firma geht deshalb in den nächsten 2 bis 3 Wochen deines Urlaubs nicht den Bach runter. Wer es trotz der gut gemeinten Ratschläge nicht lassen kann, sollte sich z.B. zum Lesen der Mails ein festes Zeitfenster vorgeben.

Aus diesem Grund unbedingt die automatische Benachrichtigung für den Maileingang abschalten sowie den Abwesenheitsassistenten einrichten.

Lass dir von deinem Smartphone die schönen Momente im Urlaub nicht zerstören. Denk daran, jedes Smartphone besitzt auch einen Offlinemodus! 😉

Detox

Solltest du tatsächlich ein Entzugsgefühl verspüren und dich nach deinem Smartphone oder Laptop sehnen, könnte es sein, dass du an dem sogenannten Post-Holiday-Syndrome leidest. Das heißt, in dir regt sich – teils unbewusst – die Furcht vor dem Berg voll Arbeit, der nach deinem Urlaub auf dich wartet. Das führt im Allgemeinen dazu, dass Menschen, die aus dem Urlaub heimkehren, weniger glücklich sind als vorher. Dieser Zustand hält meist solange an, bis der Alltagsstress wieder zuschlägt.

Da das Wissen um Unerledigtes belastet, sollten somit alle wichtigen Aufgaben vor Urlaubsbeginn abgearbeitet sein.

Weitere Vorschläge, wie man dem Post-Holiday-Syndrome entkommt, kannst du hier nachlesen:

https://www.onmeda.de/magazin/erholung.html

2.) Gehe auf Entdeckungsreise

Eine weitere Regel, die sich bewährt hat:

Entspannung funktioniert besser, wenn du dich in einer neuen Umgebung befindest, da so deine Sinne mit vielen neuen überraschenden Eindrücken gefüttert werden.

Dazu gehört auch das Kennenlernen neuer Menschen und Kulturen, wobei das nicht immer zwingend gleich eine Fernreise sein muss. Auch die Heimat kann wundervoll und aufregend sein. Am besten den Urlaub mit deinen Liebsten oder im Kreis von Freunden verbringen. So könnt ihr die gemeinsamen Erlebnisse teilen und du kannst dir sicher sein, dass Freunde immer für eine willkommene Abwechslung sorgen. 🙂 Auch Bekanntschaften in Reisegruppen können bereichernd sein. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Orte, an denen sich der Körper auf ein anderes Klima und ungewohntes Essen einstellen muss, zur Entspannung nicht ganz so geeignet sind. Das gleiche gilt auch für eine lange und anstrengende Anreise.

3.) Ein geeignetes Urlaubsziel wählen

Da man, wie bereits erwähnt, nicht gleich am ersten Tag in den Urlaubsmodus schalten kann, empfiehlt es sich, nicht gleich am ersten Urlaubstag aufzubrechen. Sorge dafür, dass du erst zur Ruhe kommst und dich auf den Urlaub einstimmen kannst. Genieße noch ein wenig die Vorfreude!

Eine natürliche, ländliche Umgebung sorgt für eine intensivere und schnellere Erholung als eine Städtereise, welche eher zu einer Reizüberflutung führt.

Besonders erholsam sind Aufenthalte in den Bergen oder am Meer. Übrigens sind mehrere kleine Kurztrips erholsamer als ein ausgedehnter Jahresurlaub. Es ist nämlich wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Stimmung vor allem in der ersten Urlaubswoche bessert und längere Urlaube haben nicht unbedingt einen nachhaltigeren Erholungseffekt.

4.) Genügend Freiräume einplanen

Komplett kontraproduktiv zur Entspannung sind To-Do-Listen, die dich unter Stress setzen und dir stets aufzeigen, was alles zu tun ist. Du solltest dir genügend Freiräume lassen und nicht alles minutiös durchplanen. Du darfst nicht zu viel wollen und schon gar nicht alles auf einmal. Der Urlaub ist dazu da, zu beobachten, zu genießen und zu fühlen, wie sich die innere Anspannung und der Druck langsam legen. Es ist entscheidend, sich selbst zu erlauben, die Zeit zu vertrödeln und die Seele baumeln zu lassen.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was gerade im Moment ist und stoppe Gedanken, die ins Negative abschweifen!

5.) Bewegung und Sport

Im Urlaub sollte jeglicher Streit vermieden werden. Einen Kompromiss zu schließen, wird dir weniger schaden wie eine energieraubende Streiterei, selbst wenn du dich am Ende durchsetzen solltest. Wenn du Energie loswerden willst, dann in Form von körperlicher Bewegung.

Denn dosierte körperliche Beanspruchung hilft zum Abbau der Stresshormone und ist demnach selbstverständlich etwas Positives.

Denke an die Ausschüttung der Glückshormone: Sport macht glücklich

Stress

Worauf du unbedingt achten solltest, um stressfrei in den Urlaub zu starten

Eine gute Organisation ist die halbe Miete für einen stressfreien Urlaub. Darum kann ich dir nur empfehlen, beachte folgende 6 Tipps:

  1. Plane vor dem Urlaub keine wichtigen Termine mehr und vermeide Überstunden am letzten Arbeitstag.
  2. Konzentriere dich am letzten Arbeitstag vor allem darauf, dass du mit deinen Kollegen eine ordentliche Übergabe aller anstehenden Aufgaben machst und plane Zeit zur Programmierung des Abwesenheitsassistenten, der Rufumleitung usw. ein.
  3. Achte auf einen harmonischen Übergang von Anspannung zu Entspannung, d. h. schalte bereits am letzten Tag vor dem Urlaub einen Gang herunter und erwarte nicht, dass die Tiefenentspannung von jetzt auf nachher einsetzt.
  4. Erstelle dir rechtzeitig eine ausführliche Packliste, so hast du den Kopf frei und begibst dich nicht in Gefahr, etwas Wichtiges zu vergessen.
  5. Informiere dich rechtzeitig über dein Reiseziel und die besonderen Bestimmungen vor Ort, besteht bspw. Impflicht, wird ein Visum benötigt etc.
  6. Wähle im Urlaub Aktivitäten aus, die einen Ausgleich zu deinem Berufsalltag darstellen. Hast du zum Beispiel einen Bürojob, was heißt, du gehst einer sitzenden Tätigkeit nach, ist Bewegung im Urlaub umso wichtiger.

Meistens klappt das ja alles nicht so, wie man sich das vorgenommen hat, ich spreche aus Erfahrung. 🙂 Aber man solltes es zumindest versuchen. Mal gespannt wie gut ich selbst diese Regeln umsetzen kann und wie schnell und intensiv die Entspannungsphase bei mir einsetzt. Ich hoffe, meine Neugier siegt nicht über die Disziplin, keine Mails zu lesen. Und ich hoffe auch, dass ich mich zurückhalten kann, mein Haus während meines Urlaubs klinisch steril zu gestalten, falls mich wieder mal der Putzfimmel packen sollte. Gartenarbeit hingegen in richtigem Maße kann entspannend sein. Auch hier sollte man sich zuvor ein Zeitfenster festlegen, welches auf alle Fälle eingehalten wird.

Welche Vorteile ein Urlaub zu Hause mit sich bringt

Da ich zu Beginn ja bereits erwähnt hatte, dass es dieses Jahr nirgends für mich hingeht, habe ich versucht, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Das hat nämlich nicht nur im Hinblick auf die Corona-Situation durchaus seine Vorteile, den Urlaub zu Hause zu verbringen:

  • Ich muss keinen Koffer packen. Das ist immer eine ganz unliebsame Aufgabe für mich. Zuhause habe ich meinen kompletten Kleiderschrank jederzeit verfügbar, muss mich nicht einschränken und vergessen kann ich auch nichts.
  • Ich habe keine Reisestrapazen. Ich stehe weder in langen Staus, noch muss ich mehrstündige Flugreisen auf mich nehmen, es gibt keine An- und Abreise zum Flughafen und ich habe nicht mit einem Jetlag zu kämpfen.
  • Ich muss keine Reise planen. Das heißt ich habe keinen Stress im Vorfeld durch das Suchen und Buchen von Flügen, Hotels oder Mietwagen und muss mich nicht für ein bestimmtes Urlaubsziel entscheiden.
  • Ich kann Geld sparen. Der Urlaub zu Hause schont natürlich meinen Geldbeutel, was dieses Jahr der Hauptgrund ist, warum ich diesen Sommer nicht verreisen werde. Nachdem ich letzten Jahr endlich meine Traumreise unternommen habe (nach La Réunion), hatte ich bereits vor Corona entschieden, dass ich es mir einfach zu Hause gemütlich mache.
  • Ich kann besser schlafen. Wo kann man besser schlafen, als zu Hause in seinem eigenen Bett? Nirgends. Mir sind fremde Hotelbetten ohnehin ein Gräuel. Ich bin mir nie sicher, ob die richtig sauber sind. Zudem ist es wissenschaftlich belegt, dass man zu Hause besser schläft. In einer fremden Umgebung bleiben bestimmte Teile des Gehirns allzeit aktiv, was für das Schlafen nicht gerade förderlich ist.
  • Ich kann ausschlafen. Mich drängt kein Frühstücksbuffet, das nur bis um 10 Uhr geöffnet hat. Mich zwingt kein gebuchter Ausflug aus den Federn. Ich muss mir nicht schon um 8 Uhr eine Liege am Pool reservieren.
  • Ich will nicht zu viel. Im Urlaub verspürt man immer einen gewissen Druck, möglichst viel sehen zu wollen. Da sind die Tage dermaßen vollgepackt und verplant, dass es schon wieder in Stress ausartet.

Das sind alles stichhaltige Argumente, die mich tatsächlich überzeugt haben, dass ich mich darauf freuen kann, dieses Mal zu Hause zu bleiben.

Jetzt wünsche ich mir vor allem, dass mir der Wettergott gnädig gestimmt ist und der Urlaub zu Hause nicht ins Wasser fällt.

Wie klappt das bei dir so mit der Entspannung im Urlaub? Vielleicht hast du noch einen guten Tipp?
XXX

Beruflich orientiere ich mich jetzt eher so Richtung Urlaub!

😎😎😎

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