Müssen es unbedingt teure Fitness Foods sein?

gesund ernähren

KerstinB:

* enthält unbezahlte und unbeauftragte Werbung *

In den letzten Wochen habe ich verstärkt beobachtet, welchen Hype es um sogenannte Fitness Foods gibt. Angefangen hat es mit einer Anfrage, die ich von Foodspring erhalten habe: vergünstigte Konditionen beim Kauf der Produkte und dafür fleißig auf Instagram werben. Ich habe spontan entschieden, abzulehnen, ohne mich weiter über die Produkte zu informieren. Dann habe ich vor kurzem angefangen, “Fitness Diaries” zu schauen. Diese Doku-Soap auf Sixx über den Alltag von 5 Influencerinnen besteht zu 25% aus Werbung für Shape Republic, ein weiterer bekannter Hersteller für Fitness Food. Das hat mich schließlich neugierig gemacht und ich habe mit meiner Recherche begonnen und meine Erkenntnisse sowie meine persönliche Meinung dazu, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Was versteht man überhaupt unter Fitness Food?

Sogenannte Fitness Foods sollen dabei unterstützen, dass ihr euch kalorien- und fitnessbewusst ernährt. Mit Fitness Foods sollen folgende Ziele einfacher und schneller zu erreichen sein: Abnehmen, Muskelaufbau und Stärkung der Gesundheit. Das Abnehmen mithilfe von Fitness Foods soll nachhaltig sein, wofür die entsprechenden Firmen speziell für deine Diät zusammengestellte Produkte anpreisen. Diese Produkte sollen den Alltag erleichtern und dafür sorgen, dass man auch während eines Kaloriendefizits optimal mit Proteinen versorgt wird. Ähnlich sieht es aus, wenn man gezielten Muskelaufbau betreiben möchte, auch hierfür werden zahlreich passende Produkte angeboten. Ferner wird versprochen, durch Produkte mit entsprechender Zusammensetzung von Mikronährstoffen, das Immunsystem zu stärken.

Das klingt ja alles erst einmal gar nicht so schlecht, was mich allerdings nachdenklich werden lässt, sind die Preise. Foodspring, Shape Republic oder MyProtein, um nur 3 davon zu nennen, sind mittlerweile zu absoluten Trendprodukten aufgestiegen, was sich die Hersteller allerdings auch bezahlen lassen. Teilweise haben die sogenannten Fitness Foods gar keine schlechten Bewertungen erhalten, d. h. sie haben wohl durchaus ihre Berechtigung. Ich bin dennoch skeptisch und noch nicht vollends überzeugt von diesen Produkten.

Abnehmen

Warum sind Fitness Foods so beliebt?

Das kann man wohl am einfachsten damit beantworten, wenn man sich überlegt, wie die Zielgruppe der Konsumenten von Fitness Foods aussieht? Und zwar werden mit den Produkten die Menschen angesprochen, die sich nicht wohl in ihrem Körper fühlen und meist ein paar Pfunde zu viel haben. Ich würde behaupten, tendenziell greift eher die jüngere Generation zu Fitness Foods, da sich diese durch Trends leichter beeinflussen lassen. Viele junge Frauen nehmen sich beispielsweise Sophia Thiel zum Vorbild. Da Frau Thiel für Shape Republic wirbt, sind sicherlich nicht wenige Mädchen und Frauen überzeugt davon, dass sie durch Einnahme der Diät- oder Protein-Shakes ziemlich bald eine ähnlich sportliche Figur haben werden.

Außerdem sind aktuell Fitness Foods die Lifestyle-Trendprodukte überhaupt. Es hat sich ein gewisser Hype darum entwickelt und wer hipp sein will, muss zu Fitness Food greifen. Zudem klingt das alles recht einfach: ich ersetze mindestens eine Mahlzeit durch einen Diät-Shake, erzeuge somit ein Kaloriendefizit und schon läuft die Diät. Ich muss mich nicht mit komplizierten Ernährungsproblemen bzw. dem Thema Ernährung generell auseinandersetzen. Das erledigt alles z. B. Shape Republic für mich.

Ich persönlich möchte allerdings wissen, was ich zu mir nehme, also muss ich mich doch mit den Inhaltsstoffen beschäftigen. Und es sind mit Sicherheit nicht alle Fitness Foods bzw. deren Inhaltsstoffe so gesund wie die Werbung verspricht. Wie unterscheidet man also zwischen guten und schlechten Fitness Foods? Man kann sich zumindest die Rezensionen im Internet durchlesen, wenn man denen genügend Vertrauen schenkt. Neben den Funktionen zum Abnehmen, Muskelaufbau und Stärkung der Gesundheit beinhalten die Produkte laut Beschreibung einen sogenannten Beauty-Komplex haben. Das ist aus meiner Sicht eine logische Konsequenz und keine Besonderheit. Denn Menschen, die sich gesund ernähren, sehen i. d. R. auch gesünder aus 🙂

Wie genau funktionieren Diät-Shakes?

Diät-Shake

Ein Diät-Shake wird aus dem jeweiligen Pulver unter zutun von Wasser oder Milch angerührt. Wie bereits erwähnt, wird durch den Diät-Shake meistens eine Mahlzeit oder sogar mehrere ersetzt, was zu einem leichten Kaloriendefizit führt. Trotzdem sollen mit dem Diät-Shake alle wichtigen Nährstoffe zugeführt werden. Der hohe Eiweißanteil soll dafür sorgen, dass die Muskulatur trotz Gewichtsreduktion erhalten bleibt. Das Hungergefühl soll jedoch durch den Shake gestillt werden.

Allerdings muss die restliche Nahrung ebenfalls so angepasst sein, dass auch tatsächlich am Ende des Tages ein Kaloriendefizit zustande kommt und dennoch alle wichtigen Nährstoffe aufgenommen werden. Würde man sich ausschließlich durch Diät-Shakes ernähren, würden dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen. Ist das Kaloriendefizit jedoch zu groß, fährt der Körper den Kalorienbedarf herunter, baut Muskelmasse ab, was letztendlich für den Abnehmerfolg kontraproduktiv ist.

Daher mein Fazit: Diät-Shakes allein sind keine Wundermittel. Das Drumherum muss ebenfalls stimmen, d. h. man muss sich nichtsdestotrotz um Ernährung und Training kümmern.

Die Haupt-Inhaltsstoffe in Diät-Shakes sind: Milch-, Molken-, Sojaeiweiß oder Casein, Mineral- und Ballaststoffe, L-Carnitin, Inulin, Honigpulver, Joghurt (Quelle: https://www.eiweisspulver-test.com). Wenn ich ehrlich bin, sagen mir manche davon gar nichts. Allerdings kann zu viel Soja zu Hormonstörungen führen. Außerdem ist ein “zuckerfreier” Shake nicht auf jeden Fall zuckerfrei. Anstatt Industriezucker wird oft Honig oder Süßstoffe verwendet, was aber als “zuckerfrei” angepriesen wird.

Trotz allem müsst ihr beachten, dass Abnehmen ein Prozess ist, der Zeit braucht. Wer zu schnell Gewicht verliert, bezahlt am Ende höchstwahrscheinlich mit dem Jojo-Effekt.

Welche Alternativen gibt es zu teuren Diät-Shakes?

Wie kann man einen gesunden Diät-Shake selbst zusammenstellen und das auch noch komplett ohne Pulver oder sonstige Nahrungsergänzungsmittel? Oder warum nicht lieber eine kalorienarme Mahlzeit zu sich nehmen?

Wissenschaftlich und gesundheitstechnisch gesehen, sollte sich ein geeigneter Diät Shake durch folgende Dinge auszeichnen (Quelle: https://leckerabnehmen.com):

  • reich an Protein => wirkt sättigend und schützt unsere Muskelmasse
  • reich an Mikronährstoffen => ausreichend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente
  • reich an Ballaststoffen=> sättigend und positive Auswirkungen auf die Verdauung

Es ist also nicht notwendig einen teuren Diät-Shake von einem der Trendmarken zu kaufen, da man mit ganz normalen Lebensmitteln eine bessere, gesündere und oft auch besser schmeckende Alternative herstellen kann.

Nach dem ganzen schwierigen Content, zwischendurch zur Abwechslung mal etwas leichte Kost:

Diät Tag 1: Habe sämtliche ungesunde Lebensmittel aus dem Haus entfernt. War sehr lecker! 😋

xxx

Wann machen Protein-Shakes Sinn?

Nachdem wir uns gerade mit Diät-Shakes zum Abnehmen beschäftigt haben, sind jetzt die Protein-Shakes zum Muskelaufbau an der Reihe. Nun fragt ihr euch vielleicht, gibt es zwischen Diät- und Protein-Shakes überhaupt einen Unterschied? Diese Frage habe ich mir nämlich auch gestellt. Beide enthalten nun mal Proteine/Eiweiß, weil das einfach ein wichtiger Nährstoff zum Aufbau unserer Muskulatur ist. Aber Protein-Shakes konzentrieren sich mehr oder weniger ausschließlich auf die Zufuhr von Proteinen, da Protein-Shakes als Ergänzung zu den eigentlichen Mahlzeiten eingenommen werden. Wohingegen Diät-Shakes als Ersatz einer Mahlzeit dienen sollen. Das heißt bei Diät-Shakes ist es umso wichtiger, dass sie viele essentielle Nährstoffe enthalten, die ansonsten in der eigentlichen Mahlzeit stecken bzw. stecken sollten. Zusätzlich enthält der Diät-Shake hochwertige Proteine zur Erhaltung der Muskelmasse bei einem Kaloriendefizit. Ein reiner Protein-Shake enthält teilweise deutlich mehr Protein als ein Mahlzeitersatz, damit so das Muskelwachstum sogar noch beschleunigt wird. Also sollte man sich zuvor die Zusammensetzung ganz genau anschauen, damit man weiß, welcher Shake eher als Diät- oder Protein-Shake geeignet ist. Sofern ihr sie selbst herstellt, sind sie zumindest mal nicht ungesund 😉

Wie viel Protein braucht der Mensch?

Proteine sind lebensnotwendig, da sie ein wichtiger Bestandteil von Muskeln, Knochen und Blut sind. Ein normaler Durchschnittsmensch sollte täglich ca. 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht zu sich nehmen. Leistungssportler hingegen benötigen bis zur doppelten Menge. Ernährungswissenschaftler gehen davon aus, dass Protein-Shakes oder Protein-Riegel nicht erforderlich sind, um den täglichen Protein-/Eiweißbedarf zu decken. Eiweiß ist insbesondere in den folgenden Lebensmitteln zu genüge enthalten (siehe auch: https://www.nu3.de):

  • Fleisch
  • Fisch
  • Eier
  • Milch / Milchprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide
  • Nüsse und Kerne
  • Sojaprodukte

Zusätzliche Eiweißlieferanten zeigen – nach Aussagen der Ernährungswissenschaftler – keine bessere Wirkung. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung deckt also den Proteinbedarf und macht künstliche Proteinquellen wie Protein-Shakes für den Durchschnittsbürger überflüssig. Leistungssportler haben ohnehin einen eigenen Ernährungsplan, in dem sicherlich auch die benötigte Proteinmenge geregelt ist. Natürliches, hochwertiges pflanzliches und tierisches Eiweiß zeigt ohnehin eine bessere Wirkung als künstliche Proteine. Pflanzliches Eiweiß ist zudem einfacher zu verstoffwechseln als tierisches.

Fitnessstudio

Gibt es auch vegane Protein-Shakes?

Protein-Shakes müssen nicht zwingend tierische Produkte enthalten. Studien zeigen, dass man mit veganen Protein-Shakes dieselben sportlichen Leistungen erzielen kann wie mit Protein aus Milchprodukten. Vegane Alternativen zu Quark, Hüttenkäse oder Milch sind Reis-, sowie Sojamilch und Erbsenproteine. Ein paar Anregungen und Rezepte für vegane Protein-Shakes findet ihr hier: https://praxistipps.focus.de

Welche Schlüsse habe ich für mich persönlich daraus gezogen?

Ich verzichte weiterhin auf teure Fitness Foods, muss aber zugeben, dass ich bisher noch keine ausprobiert habe. Ich will Shape Republic, Foodspring & Co nicht verteufeln, ich wollte lediglich zeigen, es gibt nicht nur die teure Variante. Selbst für Veganer gibt es sehr viele Möglichkeiten, sich leckere Protein- oder Diät-Shakes aus natürlichen Lebensmitteln herzustellen. Im Internet findet ihr so viele tolle Rezepte und wenn euch die nicht ausreichen, ist aus meiner Sicht das Geld besser in ein Buch mit Ernährungstipps und Rezepten investiert als in Fitness Food. Ich jedenfalls finde das Thema extrem spannend und achte jetzt mehr darauf, dass ich Joghurt, Quark und Haferflocken – meist in Form eines Shakes – in meine Ernährung integriere.

Bauchmuskeln ohne B sind auch Muskeln 🙂

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